Wahre Authentizität
[True Authenticity]
Eine Zusammenstellung
Ich habe ein Problem mit Authentizität. Ich weiß, das hört sich schrecklich an, so als ob du sagen willst: „Ich hasse Kätzchen.“ Oder Sonnenschein. Oder Glück. (Was wohl bedeutet, alle sollten gleich aussehen, sich gleich geben und nicht aus der Masse herausragen.) Macht das Authentizität nicht zu einem schönen, schwammigen, allumfassenden Begriff? Jeder will es und jeder liebt es, etwas Besonderes zu sein. Was gibt es daran nicht zu mögen?
Betrachte diese Gedankengänge zum Thema Authentizität:
Indem wir uns dafür entscheiden, unser authentischstes und liebevollstes Selbst zu sein, hinterlassen wir überall, wo wir hingehen, eine Spur der Magie.
Nichts ist schöner als dein authentisches Selbst.
Menschen, die sich selbst treu bleiben, haben das Geheimnis des ultimativen Glücks gefunden.
Wie gesagt, schön und gut. Aber was bedeutet Authentizität eigentlich? Unsere Kultur sagt, Authentizität bedeutet, „sich selbst treu zu bleiben”. Das ist soweit in Ordnung, wenn dein wahres Ich ein schöner Märchenprinz oder eine schöne Prinzessin ist? Aber was, wenn sie eine warzige Kröte ist? … Sollte ich diesem Ich treu bleiben, das sagt: „Vergiss alles, außer dem, was mir ein gutes Gefühl gibt und mir guttut?” Dem Ich, das weder Reue noch Unbehagen noch einen gekreuzigten Gott kennt und auch nicht mag?
Sicher, ich kann mir selbst treu bleiben. Aber das hinterlässt keine magischen Spuren. Selbst die Welt versteht das. Was die Welt doch eigentlich meint, ist doch das:
Sei du selbst – solange du nicht gestresst, verängstigt, furchtsam, verwirrt oder müde bist.
Sei echt und du selbst– aber nur, wenn es gefiltert ist.
Sei schön – aber nur auf diese bestimmte, vorgeschriebene Weise.
Begib dich auf eine Reise – aber mache keine Fehltritte, verliere dich nicht und sei sicher, dass du dorthin gehst, wo alle anderen auch hingehen.
Es scheint, dass die Welt zwar Authentizität hoch schätzt, aber nicht weiß, wie sie das Echte finden kann. Oft sind Menschen, die besonders authentisch wirken, in Wirklichkeit am wenigsten authentisch. Man denke nur an die Instagrammerin, die ewig ihr „No-Makeup“-Selfie postet, der Typ, der seine Seele als Anmache offenbart, oder den Vermarkter, der Shabby Chic als Marke verkauft.
Unser Wunsch nach „Authentizität“ hat etwas Gutes. Wir sind es leid, Masken zu tragen, und wollen echt sein. Aber was, wenn „Authentizität“ nur eine weitere Maske geworden ist – eine weitere Verhüllung, bzw. Deckmantel unserer Fehler – und Sünden, die niemand als solche sehen, noch wahrhaben will? Während die Welt mich dazu auffordert, die Wertschätzung für mein authentisches Selbst zu suchen, lehrt mich das Evangelium, ich solle Jesu Vergebung für meine unverzeihlichen Fehler und Sünden suchen. Das ist ein großer Unterschied.
Doch wenn wir diesen Unterschied begreifen, eröffnet sich uns etwas Wunderbares: die Chance, die Maske fallen zu lassen. Mit Jesus kann ich aufhören, so zu tun, als wäre ich gut; ich kann sogar aufhören, so zu tun, als wäre ich „authentisch“. Ich bin jemandem bekannt und werde geliebt, jemand, der meine Sünden nicht ignoriert oder sie als „den Schmutz, dem Sand, aus dem die Perle entsteht“ betrachtet. Ich werde geliebt, trotz meiner Eigenschaften, und in der Kraft dieser Gnade kann ich mich in die Welt hinausbegeben.
Erlöst, geheilt, wiederhergestellt und vergeben: nichts mehr verbergen, nichts zu verlieren oder beweisen zu müssen – das ist weit besser als „authentisch.“ – Emma Scrivener 1
Eine ganze Menge Nichts
Hast du schon mal eine Torte oder Kuchen gegessen, die mehr aus Buttercreme oder zuckerigem Überguss bestanden als aus Teig? Wenn ich so einen dick mit Zucker überzogenen Kuchen bekomme, kratze ich meistens die Glasur oder Creme obendrüber ab und esse nur den Kuchen. Der obere Teil ist sowieso nur fluffig, Luft, Fett und Zucker. Mir ist jedoch der feste Teil, lieber. Bestimmte Brotsorten mag ich auch nicht besonders – solche, wie sehr weiches Toastbrot, das sich beim Reinbeißen auf der Zunge auflöst, als wäre gar nichts da. Die Sache ist die: Genauso wie es Kuchen und Brote gibt, die aus nichts bestehen, gibt es auch eine bestimmte Art der Kommunikation, die genauso ist.
Dabei handelt es sich um eine Art von Gesprächen, in denen wir mit Namen und Worten um uns werfen, um uns in den Augen anderer besser darzustellen, oder in denen wir unsere Leistungen oder andere Umstände übertreiben, um für andere interessanter zu erscheinen. Dabei projizieren wir ein falsches Bild, das andere von uns haben sollen.
Wenn wir in unserer Kommunikation nicht authentisch sind, tauschen wir Substanz gegen Zucker und Sahne ein, und davon kann jeder nur eine bestimmte Menge vertragen. Das Gegenteil von einer Kommunikation, die nur aus Schall und Rauch besteht, ist, wenn du die Realität deines Wesens offenbarst; es bedeutet, authentisch zu sein in dem Eindruck, den man hinterlässt, und in dem Bild, das man von sich selbst vermittelt.
Es gibt jemanden in der Bibel, der sich mit Authentizität auskannte. Johannes der Täufer war ein Mann, dem es egal war, wie andere ihn sahen und was andere von ihm dachten. Er trug Felle, ernährte sich von Insekten und Honig und rasierte sich wahrscheinlich nie. Daher entnehme ich, dass er auch nie versucht hat, sich anderen gegenüber anders darzustellen, als er war.
Als einmal Menschen in Scharen zu ihm strömten, begrüßte er eine Gruppe von ihnen mit den Worten: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entgehen?“ (Lukas 3,7). Einige dieser Menschen könnten als das moderne Äquivalent zu den Fans eines Gurus angesehen werden, und doch beschönigte er seine Botschaft nicht, um sie leichter verdaulich zu machen, noch stellte er sich selbst in den Vordergrund, als er gefragt wurde, ob er der Christus sei. Stattdessen erklärte er offen: „Es kommt einer, der mächtiger ist als ich, dem ich nicht würdig bin, die Schuhriemen zu lösen.“ – Lukas 3,16
Ist das der Grund, warum so viele Menschen zu ihm kamen? Er sprach stets die Wahrheit, und das gewann ihr Vertrauen. Selbst nach all seinen harten Worten fragten sie ihn: „Was sollen wir tun?“ – Lukas 3,10
In einer Gesellschaft, die von Übertreibung und Sensationslust überflutet ist, fallen Menschen, die wie Johannes der Täufer für ihren christlichen Glauben und ihre Überzeugungen einstehen, besonders auf. Und wir fühlen uns zu Menschen hingezogen, die keine Angst haben, authentisch zu sein. Ich würde nicht vorschlagen, dass wir uns mit Fellen bekleiden und uns von Insekten ernähren, um ein Zeichen zu setzen. Wenn Gott das nicht von dir verlangt, dann ist es unecht und verlogen und überhaupt nicht authentisch. Vielmehr geht es doch darum, den Mut zu haben, der Mensch zu sein, zu dem Gott uns geschaffen hat, und seiner Berufung für unser Leben zu folgen, was sich natürlich ganz darauf auswirkt, wie wir uns anderen gegenüber präsentieren.
Menschen, die ich bewundere und die mich inspirieren, sind diejenigen, die ehrlich und mutig zu dem stehen, wozu Gott sie geschaffen hat und sich nicht scheuen, dies auch anderen mitzuteilen. Wenn wir uns dafür entscheiden, das Bild, das Gott von uns hat, zu vermitteln, anstatt das Bild, das wir vielleicht für andere von uns selbst schaffen möchten, finden wir Authentizität in ihrer schönsten, reinsten Form.
Wie können wir also diese Art von Authentizität in unserem Leben kultivieren? Zunächst einmal, indem wir Zeit mit Gott verbringen. Wenn wir Zeit mit Gott verbringen und sein Wort studieren, machen wir uns weniger Gedanken darüber, was andere über uns denken, und konzentrieren uns mehr darauf, die Person zu sein, zu der Gott uns berufen hat. Wir bemühen uns, dem Beispiel Jesu zu folgen, der uns gezeigt hat, was es bedeutet, ein gottzentriertes Leben zu führen.
Ich habe festgestellt, dass Er mir, wenn ich Zeit mit Ihm verbringe, offenbart, was er im Sinn hatte, als Er mich erschuf, als er mich an meinen Platz stellte und mir meine Gaben und Talente gab. Er zeigt mir, wie ich sein und handeln soll, je näher ich Ihm komme.
Zweitens: Sei offen. Es ist ganz natürlich, dass wir möchten, dass andere gut von uns denken. Auch der Wunsch nach Bewunderung und Liebe ist natürlich, doch eine erfundene Version unserer selbst wird niemals besser sein als das Original. Jesus sprach so viel über die Wahrheit (Johannes 8,32), und als seine Nachfolger und Ebenbilder sind wir dazu aufgerufen, in unserem Glauben, unseren Worten und unseren Taten wahrhaftig und authentisch zu sein.
Um es mit den Worten eines Autors zu sagen: „Wahre Authentizität – authentische Authentizität, wenn man so will – kann nicht auf deinen Gefühlen basieren; denn was passiert, wenn du morgen etwas anderes empfindest? Eine biblisch fundierte Authentizität muss darauf ausgerichtet sein, nach der Wahrheit zu leben – über Gott und darüber, was Gott in dir und für dich durch Christus getan hat.“2 – Aaliyah Williams
Was es bedeutet, authentisch zu sein
Hast du schon mal ein „authentisches“ chinesisches Restaurant gesehen, das einem Typen namens Patrick O’Malley gehört? Das „Echte“ ist heutzutage schwer zu finden … und genauso schwer zu definieren.
Ungeachtet dessen ist Authentizität für Jesus sehr wichtig und von großer Bedeutung.. Im zwölften Kapitel des Lukas-Evangeliums erklärt er: „Du kannst dein wahres Ich nicht für immer verbergen; früher oder später wirst du entlarvt werden. Du kannst dich nicht für immer hinter einer religiösen Maske verstecken; früher oder später wird die Maske fallen und dein wahres Gesicht wird bekannt werden“ (Die Botschaft sinngemäß wiedergegeben).
Eine meiner persönlichen Herausforderungen ist es, nicht nur die Verse in meinem Alltag zu leben, die ich in meiner Bibel markiert habe. Du weißt schon, die schönen Verse, die Trost spenden und meine Vorlieben bestätigen. Als ich das letzte Mal in meiner Bibel nachgeschlagen habe, war die Aufforderung Christi, „deine Besitztümer zu verkaufen und dein Geld den Armen zu geben“, noch nicht markiert!
Da ich das über mich selbst weiß, frage ich mich leicht, was es bedeutet, ein authentischer Christ zu sein. Bedeutet es, dass wir makellose Abbilder Jesu sein sollten? Wenn ja, habe ich keine Hoffnung.
Doch Gott sei Dank geht es nicht um Perfektion. Gott versichert uns glücklicherweise, dass es im Christentum nicht um Perfektion geht. Vielmehr geht es darum, sich ehrlich darauf einzulassen, Jesus Christus ähnlicher zu werden. Wenn du dich beim Lesen dieser Zeilen herausgefordert fühlst, ist das wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass du Authentizität schätzt.
Authentische Christen geben nicht vor, perfekt zu sein. Wenn sie Fehler machen, geben sie diese schnell zu und kehren zu Christus zurück. Sie verstehen die Gnade Gottes und sind auch schnell bereit, anderen seine Gnade zu schenken. Ein authentischer Christ ist jemand, der aufrichtig danach strebt, „echt” zu sein.
Um dies zu erreichen, sollten wir vielleicht regelmäßig das Gebet des Psalmisten übernehmen und es selbst sprechen: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich und erkenne meine Gedanken wie ich es meine. Zeige mir, wenn ich auf falschen Wegen gehe, und führe mich den Weg zum ewigen Leben. – Psalm 139,23–24 Als Nachfolger Christi muss ich mich fragen: „Bin ich authentisch? Lebe ich ein Leben, das es wert ist, nachgeahmt zu werden?“
Die Welt sucht keine spirituelle Theorie. Unsere Kinder auch nicht. Sie sehnen sich nach einer Verkörperung dessen, was es bedeutet, ein authentischer Nachfolger Jesu zu sein – jemand, der sagen kann: „Bleibt mit mir im Gleichschritt, während ich mich bemühe, mit Jesus im Gleichschritt zu bleiben.“ (1Korinther 11,1) – Laird Crump3
1 Emma Scrivener, “The Problem with Authenticity,” The Gospel Coalition, September 7, 2017, https://www.thegospelcoalition.org/article/the-problem-with-authenticity
2 Kenneth Berding, “Authenticity,” The Good Book Blog, July 29, 2022, https://www.biola.edu/blogs/good-book-blog/2022/authenticity
3 Laird Crump, “Understanding what it means to be authentic,” Focus on the Family (Canada), https://www.focusonthefamily.ca/content/understanding-what-it-means-to-be-authentic
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