tfionline Sign in

Juni 15, 2017

Unsere Partnerschaft mit Gott – 2. Teil

Aus der Roadmap Reihe

[In Partnership with God—Part 2]

Wenn wir damit rechnen, eine innige, tiefe Beziehung mit dem Herrn haben zu wollen, müssen wir auch breit sein, Zeit mit Ihm zusammen zu verbringen. Das kann auf verschiedene Arten stattfinden – die Schrift lesen, beten, in Prophezeiung von Ihm hören, meditieren, loben, erhebender Musik zuhören oder einfach nur stille sein in Seiner Gegenwart und in Ihm Frieden finden. Es gibt keine perfekte Regel für dich, der du folgen musst, damit es passiert. Wir müssen für uns selbst herausfinden, was für uns funktioniert.

Dein Leben auf den Herrn auszurichten braucht Zeit. Wir entwickeln keine tiefe, reife Beziehung mit Jesus, wenn wir Ihm nur gelegentlich, hier und da, ein paar Minuten Aufmerksamkeit schenken. Unsere Andacht mit Ihm muss nicht immer zur selben Zeit jeden Tag stattfinden oder demselben Plan folgen, doch auf jeden Fall wird es uns etwas kosten, da wir alle viel beschäftigt sind.

Wenn uns an einer Lebenspartnerschaft mit Gott gelegen ist, verlangt es Zeit, sie aufzubauen. Und sehr wahrscheinlich bedeutet das, etwas Anderes dafür aufzugeben, um diese Zeit einzurichten. Wir sind alle irgendwie beschäftigt, viele von uns derart, dass jeder Tag ein Wettlauf gegen die Uhr ist, bei dem wir andauernd unsere Prioritäten und Pläne neu einschätzen müssen, manchmal zu jeder Stunde. Zudem kann von extra Zeit in unserem Leben wahrscheinlich keine Rede sein, weswegen das Konzept des „sich Zeit nehmen“ etwas Bemühen unsererseits voraussetzt.

In unserem vollen Alltag ist sich für etwas Zeit nehmen offensichtlich nicht so einfach. Es kostet schon, Zeit für etwas zu finden, das wir tun müssen, gar nicht erst davon zu sprechen, für etwas das extra ist. Manchmal können wir uns versucht fühlen, keine Zeit in Gottes Wort oder mit Beten zu verbringen, da wir auch ohne den Tag ziemlich gut überleben könnten. Dennoch zahlt es sich immer aus, anzuhalten und Zeit mit dem Herrn zu verbringen. – wenn nicht gleich, dann doch mit der Zeit.

Es dreht sich dabei um Prioritäten und was uns wichtig ist.

 

Dies ist eine Geschichte, die du vielleicht schon kennst, doch da sie dieses Prinzip so gut veranschaulicht, lohnt es sich, sie sich noch einmal vor Augen zu rufen:

 

Ein Zeitmanagementexperte sprach vor einer Gruppe Studenten der wirtschaftlichen Fakultät. Er stand vor diesen energiegeladenen Ehrgeizlingen und stellte ein 5 Liter Vorratsglas auf das Pult vor sich. Dann nahm er etwas 12 faustgroße Steine und legte sie, einen nach dem anderen, sorgfältig in das Glas. Als es bis obenhin voll war und kein weiterer Stein reinpasste, fragte er: „Ist das Glas voll?“

Alle antworteten mit „Ja!“

Worauf er sagte: „Wirklich?“ Daraufhin griff er unter das Pult, zog einen Behälter mit feinem Kies hervor, kippte etwas davon in das Glas und schüttelte es, wobei der Kies sich langsam zwischen den Steinen hinunterarbeitete. Dann fragte er die Gruppe wieder: „Ist das Glas voll?“

Jetzt verstand die Klasse, worauf er hinauswollte. „Wahrscheinlich nicht!“, brachten einige vor.

„Gut!“ Und zog dann einen Behälter mit Sand unter dem Pult hervor. Er schüttete den Sand ins Glas, der in die freien Stellen zwischen dem Kies und den Steinen rieselte. Nocheinmal stellte er die Frage: „ist das Glas voll?“

„Nein!“, kam die Antwort.

„Gut!“, sagte er wieder, griff einen Krug voller Wasser und füllte das Glas bis zum Rand auf.

Dann blickte er die Klasse an und fragte: „Was ist der Sinn dieser Demonstration?“

Ein strebsamer Student zeigte auf und sagte: „Der Sinn ist der, wie voll unser Stundenplan auch ist, wenn ich mich wirklich anstrenge, kann ich immer noch mehr reinpacken!“

„Nein!“, entgegnete der Redner: „Das ist nicht der Punkt. Die Erkenntnis, die wir von dieser Anschauung davontragen, ist diese: Wenn man nicht die großen Steine zuerst hineinlegt, kriegt man sie überhaupt nicht mehr rein.“

Was sind die „großen Steine“ in deinem Leben? Packst du sie als erstes hinein? – Verfasser unbekannt.

 

Was könnten einige der „großen Steine“ für jene von uns sein, die geistig wachsen und im Leben und Dienst für den Herrn erfolgreich sein wollen? Natürlich muss jeder von uns die Einzelheiten dafür für sich selbst herausfinden, allerdings sind einige der Wichtigsten:

  • Sich mit dem Herrn in Verbindung setzen, indem man Ihm Zeit und seine volle Aufmerksamkeit widmet.
  • Fürbittgebet.
  • Zeit mit anderen verbringen, sie zu lieben, indem man Interesse zeigt, Sympathie und Verstehen.
  • Mit unserem Partner und den Kindern Zeit verbringen.
  • Gymnastik treiben und sich körperlich auf der Höhe erhalten.
  • Unser Dienst für den Herrn.

 

Der Kies könnte vielleicht das bedeuten:

  • Unsere Arbeit oder das Studieren.
  • Uns um unser Zuhause und den Haushalt zu kümmern.
  • Sich sorgfältig um unsere Verantwortungen kümmern.

 

Der Sand oder das Wasser könnten Aktivitäten wie folgende darstellen:

  • Fernsehen, Filme, Romane oder andere Unterhaltung.
  • Facebook oder Online- Chatts.
  • Im Internet surfen.

 

Die Überzeugung zu haben, deinen Plan und deine Prioritäten zu organisieren, damit deine Beziehung mit dem Herrn beschützt bleibt, ist Teil der christlichen Werte. Allerdings ist es manchmal leichter gesagt als getan, diese Werte anzuwenden. Dir verlangt wirklich nach dieser Zeit mit dem Herrn, doch es ist ein Kampf unter den vielen Verantwortungen des Alltags, die sich um deine Zeit streiten, sie an erste Stelle zu setzen. Wenn du feststellst, leicht abgelenkt zu werden und regelmäßig deine Verpflichtungen deinem geistigen Wachsen gegenüber zu vernachlässigen, könnte es an der Zeit sein, deine Prioritäten und wie du deine Zeit nutzt zu überdenken.

 

Oft streift man ohne irgendein Wertgefühl über die Oberfläche der Lebensinhalte: Man lebt vom Unwesentlichen, und das Belanglose des Lebens verdrängt das Wertvolle und raubt einem das, was auf lange Sicht wirklich von Bedeutung ist.

Niemand wird im Leben und der Seele zu Großem gelangen, der kein wirkliches Gespür für das Wertvolle hat.

Belangloses und Vergängliches werden oft in den Vordergrund gerückt, während Gott und Sein Wort in den Hintergrund rücken müssen. In dem Fall gerät das Leben aus den Fugen und führt zu Misstönen, Unterbrechung und Verwirrung.

Nehmen die bedeutenden Lebenstatsachen in deinem Leben den richtigen Stellenwert ein? Hast du ein Gespür für Werte? Oder lässt du die kleinen Trivialitäten und das Materielle sich vor das Lesen Seines Wortes und das Beten schieben? Und entschuldigst du dich mit den Worten: „Ich bin beschäftigt, ich habe keine Zeit?“ Wenn das auf dich zutrifft, wird es Zeit, dein Herz und deine Werte einer Überprüfung zu unterziehen.

Das Leben steckt im Wort; es ist Nahrung für deine Seele. Es ist absolut lebenswichtig für das Gedeihen deiner Seele! Wenn du dafür keine Zeit hast, verhungert deine Seele und du verkümmerst zu einem geistigen Gnomen.

Gebet ist die Kommunikation mit Gott. Ohne Gebet gehst du machtlos in deiner eigenen Stärke und Weisheit durchs Leben. In Gottes Wort steht: „Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Andererseits steht dort auch: „Denn alles ist mir möglich durch Christus, der mir die Kraft gibt, die ich brauche.“ 1

Und diese Kraft erreichst du nur durch Gebet und durch die Lektüre Seines Wortes. Du kannst wohl kaum erwarten, die nötige Kraft durch einen schnell gelesenen kurzen Vers zu bekommen oder einem kurzen Gebet, bevor du verschlafen und fast benommen ins Bett springst! Das kann man nicht „das Königreich an erste Stelle setzten“ nennen.

Ich hatte eine Bekannte, die ihr ganzes Leben damit verbrachte, alles zusammen zu kratzen, zu graben und sich abzumühen eine kleine Hütte zu bauen und sie auszuschmücken, eine Hütte in der sie für ein paar Jahre zufrieden leben konnte. Nur wenige Monate, nachdem sie damit fertig war, ließ ihre Gesundheit nach. Auf ihrem Krankenbett sagte sie mir: „Mir läuft die Zeit davon! Mir bleibt keine mehr übrig, und das bisschen, was ich hatte, vergeudete ich mit Dingen, die dort, wohin ich gehe, völlig wertlos sind!“ Dieses Wertgespür kam ihr zu spät! Kommt es auch für dich zu spät?

Ich wünschte, wir könnten all die Ereignisse des Lebens in dem Rahmen sehen, zu dem sie einmal führen werden. Wie würde sich unser Leben doch ändern? Wir würden keine fadenscheinigen Ausreden erfinden, unser Lesen im Wort und Beten hinten an zu stellen, und wir würden uns nicht Belanglosem hingeben, wenn Ewiges ruft.

Wer für die Gegenwart lebt statt für die Ewigkeit, besitzt kein Wertgefühl. Jeden Tag geschieht es, dass jemand sagen wird, vielleicht nicht in Worten, sondern in seinem Handeln: „Mir geht es nicht sonderlich darum, ein Zuhause im Himmel zu bekommen und ich bin auch nicht sonderlich an Ewigem interessiert! Gib mir lieber hier einen Palast und eine Krone, dazu etwas Berühmtheit und Glanz und hier und da Kinkerlitzchen und Achtung in den Augen der Anderen und für eine Zeit das Vergnügen der Sünde – dann werde ich hier schon etwas zufrieden sein!“

Und der König der Könige, der ihnen ein Kleid der Gerechtigkeit, eine Krone der Ehre und eine ewige Heimstatt unter den vielen Palästen dort angeboten hat, wird links liegen gelassen für diese „anderen Dinge“, die doch nun wirklich wertlos sind! – Virginia Brandt Berg

 

Unsere Zeit mit dem Herrn sollte als unsere oberste Priorität gelten, unsere allerwichtigste Verabredung. Wir können uns verabreden mit dem Herrn des Universums, dem obersten Mentor, dem besten „Life Coach“, dem weisesten aller bisherigen Berater. Alles, was Er anzubieten hat, ist uns versprochen worden, wenn wir zuerst Sein Königreich suchen und Ihn von ganzem Herzen und mit unserem ganzen Verstand lieben und Ihm regelmäßig unsere Zeit schenken, während wir in Partnerschaft mit Ihm zusammenarbeiten. Das ist doch ein ziemlich erstaunlicher Handel – meinst du nicht auch?

 

„Roadmap“ war eine Reihe von Videos, zusammengestellt von TFI für junge Menschen. Ursprünglich erschienen 2010. Überarbeitet und neu veröffentlicht auf Anker im Juni 2017.


  1. „Sense of Values“, Niederschrift einer Sendung von Meditation Moments broadcast, gekürzt.
  2. Johannes 15:5; Philipper 4:13.