Gottes Allmach

Oktober 17, 2019

Peter Amsterdam

God’s Omnipotence 

Gott, der alle Dinge aus dem Nichts erschaffen hat, Schöpfung ex nihilogenannt, ist allmächtig. Das traditionelle Wort für die unendliche Macht Gottes ist Allmacht,das aus zwei lateinischen Wörtern stammt: omni, was alles bedeutet, und potens,was Macht bedeutet. Gott hat die Macht, alles zu tun, was Er will.

Im Alten Testament, als Gott einen Bund mit Abraham schloss, sagte Er, Er sei el Shaddai, was im Alttestament-Hebräisch Gott, der Allmächtige, Gott der Mächtigste bedeutet. El Shaddaiwird sechsmal in 1. Mose und 2. Mose und einmal in Hesekiel verwendet. Shaddai,was Allmächtiger bedeutet, wird 36 Mal im gesamten Alten Testament in Bezug auf Gott verwendet. Im Neuen Testament wird das griechische Wort für den Allmächtigen, pantokratōr, zehnmal verwendet, meist in der Offenbarung. 1

Der Name, mit dem sich Gott selbst nannte, als Er mit Abraham sprach, beschrieb Seine Allmacht. „Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach: ‚Ich bin Gott, der Allmächtige; diene mir treu und lebe so, wie es mir gefällt.‘“ 2

Die Schrift drückt aus, dass Gott die Fähigkeit und die absolute Macht hat, das zu verwirklichen, was auch immer Sein Wille ist. „Jesus sah sie eindringlich an und sagte: ‚Menschlich gesehen ist es unmöglich. Aber bei Gott ist alles möglich.‘“ 3„Ich bin der Herr, der Gott aller Völker der Welt. Sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“ 

Die gewaltige Kraft und ehrfurchtergreifende Macht Gottes manifestiert sich in seiner Erschaffung des Universums. Die Bibel lehrt, dass Gott das Universum und alles, was darin ist, einschließlich unserer Welt, aus dem Nichts erschaffen hat. Dort steht „Denn er sprach, und es geschah! Er befahl, und die Erde wurde erschaffen.“6

Der Theologe Thomas F. Torrance beschreibt auf diese Weise die Lehre der Schöpfung ex nihilo:

Die Erschaffung des Universums aus dem Nichts bedeutet nicht die Erschaffung des Universums aus etwas, das nichts ist, sondern aus absolut gar nichts. Es ist nicht aus irgendetwas erschaffen worden – es ist durch den absoluten Befehl des Wortes Gottes so entstanden, dass, während es vorher nichts gab, das ganze Universum entstanden ist. 7

Es ist schwer, sich eine größere Machtdemonstration vorzustellen, als die Welt aus dem Nichts zu erschaffen! Jeremia sieht in der Schöpfung den Beweis, dass für Gott nichts unmöglich ist! 8Der Apostel Paulus sprach über die Schöpfung als eine Veranschaulichung, um Gottes Macht und Wesen wahrzunehmen:

„Dabei wissen sie von Gott; Gott selbst hat ihnen diese Erkenntnis gegeben. Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben.“ 9

Bei der Erschaffung des Universums schuf Gott auch die aktive und latente Kraft innerhalb der erschaffenen Dinge. Vom Atom über Sterne bis hin zu Galaxien gibt es Kraft in Gottes Schöpfung. Gott hat das Universum mit natürlicher Kraft erschaffen, die von dem Allmächtigen kommt. 10Die natürliche Kraft der geschaffenen Dinge zeigt sich im normalen alltäglichen Ablauf der Welt. Die Sonne gibt Licht und Wärme, Pflanzen wachsen, Wasser verdunstet und wird zu Regen, die Planeten drehen sich um die Sonne, und so weiter.

Gottes Kraft zeigt sich auch manchmal, wenn Er außerhalb des gewöhnlichen Wirkens der Natur durch Wunder wirkt. Er teilte ein Meer, damit Sein Volk auf trockenem Boden hindurchgehen konnte; 11Er sandte Feuer vom Himmel, um ein Opfer zu verzehren;12Er ließ eine Jungfrau ein Kind durch den Heiligen Geist empfangen, der menschgewordener Gott werden sollte;13als dieses Kinderwachsen wurde, heilte Er die Kranken und erweckte Menschen von den Toten; 14nachdem Er gekreuzigt worden war, erweckte Gott Ihn von den Toten und brachte Ihn leibhaftig in den Himmel. 15Diese Wunder sind ebenfalls ein Beweis für die Allmacht Gottes.

Gottes Kraft ist unendlich, das heißt, sie ist grenzenlos, unermesslich und gewaltig. Während die Schrift beteuert, dass Gott alle Dinge tun kann, sagt sie auch aus, dass es einige Dinge gibt, die Gott nicht tun kann. Er kann sich nicht selbst verleugnen, indem Er gegen Seine Natur, Sein Wesen und Seinen Charakter geht. 16Er kann nicht lügen. 17Er kann nicht mit Bösem in Versuchung geführt werden oder andere mit Bösem versuchen. 18 Er kann nicht böse sein oder die Gerechtigkeit verfälschen. Er wird Seine Rechtschaffenheit nicht brechen.

Wenn die Bibel davon spricht, dass Gott der Allmächtige ist und alles tun kann, sollte das so verstanden werden, dass Gott alles tun kann, was mit Seiner Natur und Seinem Charakter vereinbar ist.

Der Theologe J. Rodman Williams erklärt es so:

Das ist keine Allmacht im Sinne von reiner purer Macht. Denn der allmächtige Gott ist der Gott, dessen Charakter Heiligkeit Liebe und Wahrheit ist. Deshalb tut und wird Er nur das tun, was in Harmonie mit dem ist, was Er ist. Zu sagen, dass es für Gott unmöglich ist, Unrecht zu tun oder Böses zu tun, schränkt Seine Allmacht nicht mehr ein, als zum Beispiel zu sagen, dass es für Gott unmöglich ist, Seine eigene Nicht-Existenz zu wollen. Das sind moralische und logische Widersprüche gegen die ganze Wesensart und Natur des allmächtigen Gottes. In der Schrift wird wiederholt die Allmacht Gottes mit Seinem Charakter in Verbindung gebracht. 19

 Davon abgesehen, dass Gott nicht gegen Seine Natur, Sein Wesen und Charakter gehen kann, kann Er keine Dinge tun, die logische Unmöglichkeiten sind. Zum Beispiel kann Gott keinen quadratischen Kreis machen. Er kann 5 plus 5 nicht gleich 11 machen. Das ist logischerweise unmöglich.

In seinen Erklärungen über Gottes Omnipotenz im Verhältnis zu logisch Unmöglichem sagt William Lane Craig:

Kann Gott Dinge tun, die logischerweise unmöglich sind? Könnte Gott zum Beispiel einen quadratischen Kreis machen? Könnte Gott einen verheirateten Junggesellen machen? Könnte Gott es bewirken, dass Jesus ans Kreuz geschlagen wurde und starb und dass Er nicht ans Kreuz geschlagen wurde und starb? Könnte Gott ein rundes Dreieck machen? ... In der Tat, wenn man darüber nachdenkt, sind das wirklich nur Nichtigkeiten. So etwas wie einen verheirateten Junggesellen gibt es nicht. Es gibt so etwas wie ein rundes Dreieck einfach nicht. Das sind nur Wortkombinationen, die zusammengenommen inkohärente Kompositionen sind. Es sind nur logische Widersprüche. Deshalb zu sagen, dass Gott keine logischen Widersprüche machen kann, bedeutet nicht zu sagen, dass es etwas gibt, was Gott nicht tun kann, weil es eigentlich gar keine Dinge sind, und somit zu sagen, dass Gott keinen logischen Widerspruch hervorrufen kann, hemmt die Allmacht Gottes absolut nicht.20

Die Allmacht Gottes ist ein wichtiger Faktor, der unseren Glauben an Ihn aufbaut und stärkt, denn Er ist nicht jemand, der Ansprüche und Versprechungen macht, zu deren Erfüllung Er nicht die Macht hat. Gott hat die Macht, das zu erfüllen, was Er versprochen hat. Er versprach, dass durch Abraham die ganze Welt gesegnet werden würde; 21dass Davids Samen und Linie ewig sein würden; 22dass der Messias in Bethlehem geboren würde 23und für die Sünden der Menschheit leiden und sterben würde. 24Er hat alles wahr werden lassen. Er prophezeite die Ereignisse Jahrhunderte zuvor – und sie wurden wahr. Wenn wir Seine Verheißungen an uns lesen, können wir uns voll auf das verlassen, was Er gesagt hat, denn Er ist der allmächtige Schöpfer und Erhalter des Universums und all dessen, was darin ist. Er, der uneingeschränkte Macht hat, ist unser Vater, und wir sind Seine Kinder. Wir sind in Seinen Armen sicher.

 

Ursprünglich erschienen im Juni 2012. Neu herausgegeben im Oktober 2019

 


 

  1. Offenbarung 11,17.
  2. 1. Mose 17,1.
  3. Matthäus 19,26.
  4. Jeremia 32,27.
  5. Vgl. 1. Mose 1.
  6. Psalm 33,9.
  7. Thomas F. Torrance, Die christliche Lehre Gottes: Ein Wesen, drei Personen (Edinburgh: T & T Clark, 1996), 207.
  8. Jeremia 32,17.
  9. Römer 1,19-20.
  10. Psalm 62,1 
  11. 1. Mose 14,21-22.
  12. 1. Könige 18,38-39.
  13. Lukas 1,26-35.
  14. Johannes 11,41-44.
  15. Apostelgeschichte 5,30-31.
  16. 1. Timotheus 2,13.
  17. Titus 1,2; Hebräer 6,18.
  18. Jakobus 1,13.
  19. J. Rodman Williams, Renewal Theology, Systematische Theologie aus charismatischer Sicht, Band 1 (Grand Rapids: Zondervan, 1996), 71.
  20. William Lane Craig, The Doctrine of God, Defenders Series Lecture 9.
  21. 1. Mose 12,1-3. 
  22. 1. Samuel 7,12-13, 16.
  23. Micha 5,2.
  24. Jesaja 53,3-6.

 

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