Glauben, um zu überwinden

August 7, 2026

Maria Fontaine

[Faith to Overcome]

Jeder erlebt irgendwann in seinem Leben schwierige Zeiten, sei es die Enttäuschung über Ungerechtigkeit, der Schmerz der Zurückweisung, die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen oder andere tragische Umstände. Solche Erfahrungen können Spuren hinterlassen, die wir als Wunden unserer Seele bezeichnen könnten. Doch vergangene Ereignisse, Schmerz und Verletzungen müssen nicht unsere gegenwärtige Sichtweise bestimmen, denn Gott hat uns durch Jesus einen Weg zur Überwindung bereitet.

Die Bibel sagt: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2.Korinther 5,17). Wenn wir uns ganz Jesus, seinem Wort und dem neuen Leben, das er uns geschenkt hat, zuwenden, wird das Alte vergehen, und mit der Zeit werden die Dinge aus der Vergangenheit, die uns einst belastet haben, weniger schmerzhaft und präsent sein.

Die Bibel lehrt uns, unser Leben zu prüfen und unser Herz von Vergangenem zu befreien, das uns in irgendeiner Weise im Wege stehen könnte: „Lasst uns unser Verhalten überprüfen und wieder zum HERRN umkehren. Lasst uns unsere Herzen und Hände zu Gott im Himmel erheben.“ (Klagelieder 3,40–41). Der Hebräerbrief ermahnt uns: „Seht zu, dass keine bittere Wurzel unter euch Fuß fassen kann, denn sonst wird sie euch zur Last werden und viele durch ihr Gift verderben (Hebräer 12,15).

Die Bibel ermutigt uns auch, in Notlagen Hilfe und Unterstützung bei anderen zu suchen, einander unsere Fehler oder Schuld zu bekennen und füreinander zu beten, damit wir geheilt werden (Jakobus 5,16). Wenn es darum geht, die Verletzungen und ungelösten Probleme unserer Vergangenheit hinter uns zu lassen und Bitterkeit zu überwinden, wissen wir mit Gewissheit, dass wir die Vergangenheit durch unseren Glauben und durch das, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, besiegen können!

In unserer heutigen Kultur ist es üblich geworden, anderen Menschen ihre tiefliegenden momentanen Probleme oder Ereignissen ihrer Vergangenheit zuzuschreiben – ihrer Kindheit, ihren Eltern, Geschwistern, Gleichaltrigen, ihrem Umfeld, ihrer Veranlagung oder ihren Lebensumständen. Zwar beeinflussen diese Faktoren zweifellos den Lebensweg eines Menschen, doch ermöglicht diese Herangehensweise es ihnen, sich der Verantwortung für sich selbst und ihre Handlungen zu entziehen. Sie hindert sie daran, den Mut aufzubringen, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Leben und ihre Lebensumstände zu verändern.

Jedoch geht es im christlichen Leben darum, Hindernisse zu überwinden, sich über unsere Lebensumstände zu erheben und nicht zuzulassen, dass Herausforderungen und Rückschläge den Verlauf unseres Lebens und den Zustand unseres Herzens und unseres Geistes bestimmen. Im christlichen Leben geht es darum, aus Stolpersteinen Trittsteine oder Sprungbretter zu machen. Es geht darum, durch den Glauben an Körper, Herz und Geist geheilt zu werden und durch die Liebe und Vergebung des Herrn ganz zu werden. Durch Gottes Wort können wir frei werden von der Knechtschaft der Bitterkeit, des Unglücks und der Traumata der Vergangenheit. Durch Gottes Gnade werden die Probleme der Vergangenheit zur Ruhe gebracht und durch den Prozess seiner Erneuerung und Umwandlung unseres Sinnes überwunden (Römer 12,2).

Wir alle sind zu einem gewissen Maß Produkte unserer Umwelt und wurden daher in mancher Hinsicht positiv, in anderer wiederum negativ beeinflusst. Niemand auf dieser Welt hat ausschließlich positive Erfahrungen gemacht; jeder hat Schwierigkeiten und Verletzungen durch vergangene Erlebnisse erfahren, von denen einige lang anhaltende Auswirkungen haben. Die gute Nachricht ist: Der Herr hat versprochen, uns in jeder Schwierigkeit und Herausforderung des Lebens zu stärken und uns beizustehen. Unsere Lebensumstände – sowohl vergangene als auch gegenwärtige – müssen unser Leben nicht beherrschen, weder emotional, mental noch geistig.

Der Herr und sein Wort legen jedem von uns die Verantwortung dafür auf, wie wir in den jeweiligen Situationen reagieren. Gott hat jedem Menschen einen freien Willen und Entscheidungsfreiheit gegeben und fordert uns beständig auf, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Schritte zu unternehmen. Wenn wir dies tun, wird sein Geist uns stärken und uns seine Gnade und Kraft schenken.

Menschen, die im Leben Schwierigkeiten erlebt und überwunden haben, können oft anderen Mut und Zuversicht geben, ihre eigenen Schwierigkeiten zu meistern. Ihr Beispiel schenkt Hoffnung, dass es möglich ist, große Schwierigkeiten zu überwinden, scheinbar aussichtslose Situationen zu meistern und selbst in der größten Verzweiflung zu triumphieren. Sie inspirieren uns, darauf zu vertrauen, dass Gott in unserem Leben und in unseren Situationen wirkt und dass alles zum Guten mitwirkt für die, die Gott lieben, so wie es sein Wort verheißt (Römer 8,28).

Wenn Gott zulässt, dass wir Verletzungen, Prüfungen oder Verluste erleiden, lässt er niemals mehr zu, als wir ertragen können – gerade so viel, dass daraus die Schönheit, wertvolle Veränderungen und Lektionen in unserem Leben hervorgehen (1.Korinther 10,13). Gottes Wort zufolge sind die Prüfungen des Lebens dazu bestimmt, uns zu stärken. „Gott hat euch in seiner Gnade durch Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen. Nachdem ihr eine Weile gelitten habt, wird er euch aufbauen, stärken und kräftigen; und er wird euch auf festen Grund stellen (1.Petrus 5,10).

Denke darüber nach. Wäre unser Leben völlig problemlos, würden wir vielleicht selbstgefällig und selbstzufrieden werden und nie jene Charakterstärke entwickeln, die daraus entsteht, dass wir uns bemühen, Probleme zu überwinden. Und es würde uns wahrscheinlich schwerfallen, uns in andere, die Schwierigkeiten durchleben, hineinzuversetzen und Mitgefühl für sie zu empfinden. „In allen Schwierigkeiten tröstet er uns, damit wir andere trösten können. Wenn andere Menschen in Schwierigkeiten geraten, können wir ihnen den gleichen Trost spenden, wie Gott ihn uns geschenkt hat“ (2. Korinther 1,4).

Wenn wir keine Probleme, keine Not, keine Schwierigkeiten und keine Herausforderungen erleben würden, würden wir vielleicht das wunderbare Wunder verpassen, das geschieht, wenn wir entdecken, wie sehr wir Jesus brauchen, und uns ihm nähern. Wir würden vielleicht nie erfahren, dass wir in ihm immer Kraft finden können, wenn wir uns an niemanden sonst wenden können. Wir würden vielleicht nicht erfahren, dass seine Gnade ausreicht und seine Kraft in unserer Schwachheit vollkommen wird (2. Korinther 12,9).

Der Apostel Paulus offenbart uns das Geheimnis, wie wir unabhängig von unseren Umständen – ob vergangen oder gegenwärtig – Zufriedenheit finden können: „Ich habe gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Ob ich nun wenig oder viel habe, ich habe gelernt, mit jeder Situation fertig zu werden: Ich kann einen vollen oder einen leeren Magen haben, Überfluss erleben oder Mangel leiden. Denn alles ist mir möglich durch den, der mich mit Kraft erfüllt“ (Philipper 4,11–13)

Gott möchte, dass unsere Freude vollkommen ist und überfließt (Johannes 15,11). Wir können in dieser Freude leben, indem wir ihn in guten wie in schlechten Zeiten loben und ehren. „Was immer auch geschieht, seid dankbar, denn das ist Gottes Wille für euch, die ihr Christus Jesus gehört“ (1.Thessalonicher 5,18).

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