Juli 31, 2026
[Modern-Day Parables]
Im Matthäusevangelium lesen wir: „Jesus benutzte stets Gleichnisse und Bilder, wenn er zu den Menschen sprach, er sprach nie zu ihnen, ohne solche Vergleiche zu verwenden“ (Matthäus 13,34). Daraus lässt sich schließen, dass Gleichnisse eines der bevorzugten Lehrmittel Jesu waren. Gleichnisse machen ein Drittel seiner im Neuen Testament aufgezeichneten Worte aus.
Ein Gleichnis wird als kurze allegorische Erzählung definiert, die eine Lehre enthält und abstrakte Ideen durch konkrete Bilder und anschauliche Wortbilder veranschaulicht. Die meisten Gleichnisse Jesu sind uns mittlerweile sehr vertraut; einige Aspekte haben sich sogar fest in unseren Sprachen verankert. So werden beispielsweise die Geschichten vom barmherzigen Samariter, vom reichen Narren, vom guten Hirten und vom verlorenen Sohn immer wieder erzählt, ergründet und erklärt. Die Gleichnisse Jesu geben uns Einblick darin, wie wir andere lieben und wie wir beten sollen. Sie helfen uns, die Ehrfurcht gebietende Größe des Reiches Gottes zu erkennen und vor allem, wie sehr Gott uns liebt.
Wenn wir die Gleichnisse lesen, die Jesus den Menschen seiner Zeit erzählte, können wir uns den Meistererzähler leicht vorstellen, wie er auf einen Bauern zeigt, der in den nahegelegen Hügeln Samen sät, oder auf Fischer, die ihre Netze im See Genezareth auswerfen. Und ich fragte mich: Wenn Jesus heute unter uns weilen würde, welche Art von Gleichnissen würde er erzählen? Welche bildhaften Darstellungen würde er verwenden, um den Menschen spirituelle Konzepte zu verdeutlichen? Vielleicht würden einige davon so lauten:
Das Gleichnis vom Handy
Deshalb seid wachsam! – Matthäus 25,13
Das Himmelreich gleicht zwei Geschäftsleuten, die ihre Handys überallhin mitnahmen. Der eine war klug, der andere töricht. (Sieh Matthäus 25,1–13.) Der törichte Mann lud sein Handy nicht auf, und so klingelte es nicht, als eine wichtige Nachricht einging. Da der Anrufer nicht durchkam, hörte er auf anzurufen, und ein wichtiges Geschäft ging verloren. Oder jemand hat über Probleme oder einen kritischen Gesundheitszustand getextet und bittet um Gebet, doch weil es nicht gelesen wurde, verlor er vielleicht einen Freund oder enttäuschte ihn sehr, weil derjenige in Not keinen Beistand erhielt.
Der kluge Mann sorgte stets dafür, dass sein Handy voll aufgeladen ist, bevor er das Haus verlässt. So hört er den Anrufer klingeln, und das wichtige Geschäft oder Gebet konnte zustande kommen. Groß war der Lohn für seine Treue, sein Handy immer aufzuladen.
Das Gleichnis vom Computerhacker
Seid wachsam. Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt. Seid mutig und stark! – 1. Korinther 16,13
Nun lerne die Parabel vom Computer-Hacker kennen. Wenn ein Computer ungesichert mit dem Internet verbunden ist, kann er gehackt werden. Hacker verbessern ihre Angriffe ständig weiter und tarnen diese oft als verlockende Angebote oder Warnungen bezüglich deiner Bankkonten oder Kreditkarten. Wenn du nicht vorsichtig bist oder nicht aufpasst, könntest du ihnen am Ende Zugriff auf vertrauliche Informationen auf deinem Computer gewähren. Sei also wachsam und aufmerksam, „betet ohne Unterlass“ (1. Thessalonicher 5,17) und verhalte dich gegenüber Außenstehenden weise (Kolosser 4,5 )!
Ebenso ermahnt uns die Bibel, „seid besonnen und wachsam und jederzeit auf einen Angriff durch den Teufel, euren Feind, gefasst! Wie ein brüllender Löwe streift er umher und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann. Ihm sollt ihr durch euren festen Glauben widerstehen!“ (1. Petrus 5,8–9). Wir sind aufgerufen, im Geist wachsam zu sein, unsere geistigen Abwehrkräfte nicht zu senken, sondern im Glauben festzustehen (1. Korinther 16,13).
Das Gleichnis vom Wischlappen
Denn Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerechtfertigt werden können. – 2. Korinther 5,21
Und Jesus nahm einen Wischlappen und legte ihn vor die Menschenmenge. Er sagte: „Ein neuer Wischlappen ist vollkommen rein und makellos. So bin auch ich in diese Welt gekommen, als das Lamm Gottes, unberührt von den Sünden der Menschen.“
„Wie ein Wischlappen in einen Eimer mit Reinigungsmittel getaucht wird, so vertiefte ich mich durch Gebet, in die reinigende Liebe meines himmlischen Vaters. Und wie ein Wischlappen keinen eigenen Willen hat, so ließ ich mich vom Vater führen, wohin er mich führen wollte – in die dunklen und schmutzigen Winkel der Welt. Ich musste mich dem Schmutz und Dreck aussetzen, genau wie dieser Wischlappen, damit ich das Opfer für eure Sünden sein konnte, damit ihr durch mich und meine Worte rein und gerecht vor Gott werdet.“ (Sieh Johannes 15,3)
Das Gleichnis von der Geländewagen-Rallye
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und bin im Glauben treu geblieben. – 2. Timotheus 4,7
Das Himmelreich gleicht einem Autorennteam, das aus vielen Mitgliedern besteht. Einige sind Mechaniker, andere gehören zum Betreuerteam und wieder andere sind die Fahrer, doch alle arbeiten zusammen, damit das Fahrzeug für das Rennen in Topform ist.
Obwohl der Geländewagen speziell für eine Fahrt durch unwegsames Gelände gebaut wird, muss es immer wieder angehalten werden, um Reifen, Getriebeöl und Motoröl zu wechseln, wie auch zum tanken. Auch wenn die Gänge bei der Fahrt über steile Anstiege und Abfahrten stark beansprucht werden und der Fahrer vielleicht einmal falsch abbiegt und sich verfährt, hat er dennoch die Chance, wieder auf den richtigen Weg zurückzufinden und es zu schaffen.
Wenn der Fahrer den Anweisungen des Navigationsgeräts folgt und „mit Geduld und Ausdauer den vor ihm liegenden Lauf vollendet“ (Hebräer 12,1), wird er die Ziellinie erreichen und den Preis gewinnen, der ihm und seinem Team winkt. Der Rennveranstalter wird sagen: „Gut gemacht! Ihr habt viele Kilometer staubiger und gefährlicher Straßen mit Bravour gemeistert. Fahrt in die Siegerloge und feiert ausgelassen!“ An diesem Tag wird ein so glorreicher Sieg gefeiert, dass er unvergessen bleiben wird.
Das Gleichnis von der Festplatte
Ich sah die Toten, die großen und die kleinen, vor Gottes Thron stehen. Und es wurden Bücher aufgeschlagen, darunter auch das Buch des Lebens. Und die Toten wurden nach dem gerichtet, was in den Büchern über sie geschrieben stand, nach dem, was sie getan hatten. – Offenbarung 20,12
Nun lernt das Gleichnis von der Festplatte. So wie die Festplatte Informationen speichert, so habe auch ich Daten über jeden Menschen, der je gelebt hat, gespeichert – darüber, was er in seinem Leben getan hat. Achte also darauf, was du tust und sagst, wie du dein Leben führst und wie du andere behandelst, denn jeder Tastenanschlag wird aufgezeichnet und auf meiner Festplatte gespeichert. Um sicherzustellen, dass deine Informationen nichts sind, wofür du dich schämen musst, triff die richtigen Entscheidungen und lebe für das, was ewig Bestand hat. Die Dinge der Welt werden vergehen, zusammen mit all ihren Begierden, aber jeder, der den Willen Gottes tut, wird für immer bleiben (1. Johannes 2,17).
Es gibt viele Dinge, die dazu dienen können, eine Geschichte in Form eines Gleichnisses zu erzählen – sogar moderne Geräte und neue Technologien, die zeitlose Wahrheiten vermitteln können. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was wir daraus lernen können. „Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. (Römer 1,20).
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