Mai 15, 2026
[The Nature of God: Love]
Einer der beliebtesten Bibelverse ist 1.Johannes 4,8: „Gott ist Liebe.“ Diese Wahrheit über Gottes Wesen zeigt sich in der gesamten Bibel von Anfang bis Ende und manifestiert sich deutlich im Leben derer, die ihn kennen und lieben. Seine Liebe zeigt sich auf vielfältige Weise in unserem persönlichen Leben, sodass wir aus eigener Erfahrung sagen können: Gott ist Liebe. Natürlich ist Liebe nicht alles, was Gott ausmacht, denn Er ist jede einzelne der Eigenschaften, die Sein Wesen und Seinen Charakter ausmachen.
Gottes Liebe zeigt sich in der Dreieinigkeit Gottes – Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind Liebe und lieben einander und sind vereint in der Liebe. Jesus sprach von der Liebe des Vaters zu ihm und seiner Liebe zum Vater mit den Worten: „Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Johannes 17,24). Und wir lesen auch, wie der Vater bei der Taufe Jesu seine Liebe zum Sohn verkündete: „Eine Stimme vom Himmel sprach: ‚Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe‘“ (Matthäus 3,17).
Obwohl es keine spezifischen Bibelverse gibt, die die Liebe des Vaters und des Sohnes zum Heiligen Geist belegen, lässt sich dies erschließen. Die Heilige Schrift spricht im Römerbrief von der „Liebe des Geistes“: „Ich bitte euch dringend, Brüder, helft mir zu kämpfen und betet für mich zu Gott! Denn durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe, die der Geist wirkt, sind wir doch miteinander verbunden. (Römer 15,30).
Gottes Liebe umfasst jeden einzelnen Menschen. Seit Er die Menschen erschaffen hat, liebt er sie. Ganz gleich, in welcher Beziehung sie zu ihm stehen, Er liebt sie. Sie mögen nicht an seine Existenz glauben; sie mögen an seine Existenz glauben, Ihn aber hassen; sie mögen nichts mit ihm zu tun haben wollen; dennoch liebt er sie. Seine Liebe, Güte und Fürsorge gelten ihnen allein aufgrund ihrer Menschlichkeit. Die Menschen wurden nach Gottes Bild geschaffen (1.Mose 1,27). Er liebt jeden einzelnen von uns, und seine Liebe zu uns zeigt sich in liebevollem Handeln – in seiner Fürsorge und seinem Segen für die Menschheit.
Du sorgst für die Erde und bewässerst sie, machst sie üppig und fruchtbar. Gottes Fluss führt Wasser im Überfluss. Du schenkst ihnen Getreide in Hülle und Fülle, denn so hast du es angeordnet. Du tränkst die Ackerfurchen mit Regen und weichst den Erdboden auf. Du schenkst der Erde fruchtbringenden Regen und segnest, was auf ihr wächst. Du krönst das Jahr mit reicher Ernte, die steinigen Wege fließen über vor Fülle. Die Wüste wird zur blühenden Wiese, und von den Bergen hört man Jubel. Die Täler sind voller Schafherden, und die Felder sind üppig mit Korn bedeckt. Deshalb freuen sich alle und singen vor Glück! – Psalm 65,9–13
Als Jesus seine Jünger lehrte, ihre Feinde zu lieben, sagte er, dass sie damit Gottes Liebe nachahmen würden, denn Gott erweist allen seine Liebe und Güte, auch den Undankbaren und Bösen.
Man hat euch gelehrt, dass geboten wurde: ‚Liebe deinen Nächsten‘ und hasse deinen Feind. Ich aber sage: Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! So handelt ihr wie wahre Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt die Sonne für Böse und Gute aufgehen und sendet Regen für die Gerechten wie für die Ungerechten. – Matthäus 5,43–45
Liebt eure Feinde! Erweist ihnen Gutes! Leiht ihnen Geld! Und macht euch keine Sorgen, weil sie es euch vielleicht nicht wiedergeben werden. Dann wird euer Lohn im Himmel groß sein und ihr handelt wirklich wie Kinder des Allerhöchsten, denn er erweist auch den Undankbaren und den Bösen Gutes. Ihr sollt gütig sein, wie euer Vater gütig ist. – Lukas 6,35–36
Jesus brachte Gottes Liebe zu allen Menschen auch dadurch zum Ausdruck, dass er sagte: Wenn Gott sich um die Vögel des Himmels kümmert, dann kümmert er sich erst recht um die Menschen, denn diese sind wertvoller als die Vögel.
Schaut die Vögel an. Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte ansammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie. Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Nein. – Matthäus 6,26–27
Paulus brachte es im Gespräch mit den Griechen folgendermaßen zum Ausdruck:
Früher ließ er die Völker ihre eigenen Wege gehen, und doch hat er klare Spuren von sich hinterlassen, indem er Gutes tat; so schenkte er euch Regen vom Himmel und gute Ernten, Nahrung und fröhliche Herzen. – Apostelgeschichte 14,16–17
Gottes Liebe zu allen Menschen zeigt sich am deutlichsten in seiner Antwort auf das Bedürfnis der Menschheit nach Erlösung. Jeder Mensch ist ein Sünder und bedarf der Erlösung, um mit Gott versöhnt zu werden (Römer 3,23; 6,23). Gottes Liebe zu jedem einzelnen Menschen brachte den Erlösungsplan hervor, durch den Jesus auf die Erde kam, ein sündenloses Leben führte und starb, indem er unsere Sünden auf sich nahm und so für uns Sühne leistete (1. Johannes 2,2). Das bedeutet, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft oder seinen Sünden, durch den Glauben an Jesus und sein Opfer für unsere Sünden mit Gott versöhnt werden kann. Jesus opferte sein Leben für alle, damit die Erlösung allen offensteht, die an ihn glauben und ihn annehmen. Er tat dies aus seiner Liebe zu allen Menschen, zur ganzen Welt.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. – Johannes 3,16
Und das ist die wahre Liebe: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt und hat seinen Sohn gesandt, damit er uns von unserer Schuld befreit. – 1. Johannes 4,10
An dem unglaublichen Opfer, das Jesus für uns gebracht hat, können wir erkennen, dass Gott uns liebt und für uns sorgt und durch die Erlösung nicht nur für unser körperliches Leben, sondern auch für unser geistliches Leben gesorgt hat. Er hat die volle Last unserer Strafe auf sich genommen, obwohl wir alle Sünder sind. Durch den Tod Jesu am Kreuz können wir erkennen, dass Gottes Liebe eine selbstlose Liebe ist – es liegt in Gottes Wesen, sich selbst hinzugeben, um anderen Segen und Gutes zu bringen.
Viele Menschen haben Schwierigkeiten, Gottes Liebe zur Menschheit im Zusammenhang mit seinem gerechten Urteil über Sünde und Böses zu verstehen. Gottes Liebe zeigt sich in seiner Geduld mit der Menschheit, in seinem Wesen selbst, das „barmherzig und gnädig, geduldig und reich an Güte und Treue“ ist (2. Mose 34,6). Gottes Liebe beweist sich in seiner Sehnsucht, dass die Menschen sein Geschenk der Erlösung annehmen, und darin, dass er ihnen Zeit dazu gibt (1.Timotheus 2,3-4). Gott verschiebt das verdiente Gericht aufgrund seiner tiefen Liebe zu denen, die er nach seinem Bild geschaffen hat. Der Theologe Jack Cottrell drückt es so aus:
Wenn Gott beschließen würde, uns das zu geben, was wir verdienen, sobald wir es verdienen, wären wir alle schon längst zugrunde gegangen. Es ist Seine liebevolle Geduld, die die Strafe „aufschiebt“, bis sie entweder (für den, der sie verdient) aufgehoben oder letztendlich vollstreckt wird
Der Grund für Gottes Geduld beim Gericht über die Sünde liegt darin, den Menschen Zeit zur Umkehr zu geben, ihnen die Erlösung zu gewähren und so Gottes Gericht oder Zorn zu entgehen. Es entspricht Gottes Wesen, den Menschen Zeit zu geben, sich für die Erlösung zu entscheiden. Er will nicht, dass irgendjemand verloren geht, und seine Geduld schenkt den Menschen Zeit, seine erlösende Liebe durch Jesus Christus anzunehmen, wie in den folgenden Versen zum Ausdruck kommt.
Ist es dir gleichgültig (verachtest du), wie freundlich, geduldig und nachsichtig Gott mit dir ist? Siehst du nicht, wie Gottes Freundlichkeit dich zur Umkehr bewegen will? – Römer 2,4
Es ist aber nicht so, dass der Herr seine versprochene Wiederkehr hinauszögert, wie manche meinen. Nein, er wartet, weil er Geduld mit uns hat. Denn er möchte nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht, sondern dass alle Buße tun und zu ihm umkehren. Betrachtet die Geduld unseres Herrn als Gelegenheit zur Rettung. – 2. Petrus 3,9.15
Gott hat in seiner Liebe einen Weg geschaffen, auf dem die Menschen der gerechten Strafe für die Sünde entgehen und mit ihm in einer liebevollen Beziehung versöhnt werden können. Er sandte einen Stellvertreter, seinen Sohn, um diese Strafe für unsere Sünde auf sich zu nehmen. Er schüttet sein Urteil und seinen Zorn nicht über den Sünder aus, weil Jesus dies auf sich genommen hat.
Es bleibt jedem Einzelnen nur noch, an Jesus zu glauben und ihn als seinen Erlöser anzunehmen; tut er dies, werden ihm seine Sünden vergeben und gesühnt. Das ist das Wesen der Liebe Gottes und sein Geschenk an die Menschheit. Durch seine selbstlose Liebe macht er die Vergebung der Sünden möglich. Jesus gab sein Leben hin, damit jeder, der an ihn glaubt, mit Gott versöhnt werden kann. Gott zwingt niemanden, sein Geschenk anzunehmen, denn er hat der Menschheit den freien Willen gegeben. Doch in seiner Liebe wartet er geduldig und sehnt sich danach, dass alle es annehmen.
Diejenigen von uns, die Gottes Geschenk der Erlösung empfangen haben, erfahren seine Liebe auf tiefgreifende Weise. Wir sind seine Kinder geworden (Johannes 1,12) und werden für immer bei ihm leben (Johannes 14,2–3). Wir sind in eine persönliche Beziehung zu Gott getreten. Wir haben Gemeinschaft mit ihm, wir kommen ihm näher, wir lernen ihn besser kennen, sein Geist wohnt in uns und wirkt daran, unser Leben in das Bild Christi zu verwandeln (2. Korinther 3,18).
Wir erfahren Gottes Liebe auf eine Weise, wie es nur diejenigen können, die ihn kennen und lieben. Jesus hat uns seine Freunde genannt, und der Gott des Universums ist unser himmlischer Vater (Johannes 15,15). „Wir aber wissen, dass es nur einen Gott gibt, den Vater, der alles erschaffen hat und für den wir leben. Und es gibt nur einen Herrn, Jesus Christus, durch den Gott alles erschaffen hat und durch den wir leben“ (1. Korinther 8,6).
Als Seine Kinder sind wir dazu berufen, die frohe Botschaft von Seiner Liebe mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen und sie einzuladen, gemeinsam mit uns Seine Kinder und Erben Seiner Segnungen zu werden.
Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn „Abba, Vater“] rufen. Denn der Geist Gottes selbst bestätigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind. Und als seine Kinder sind wir auch Miterben an seinem Reichtum – denn alles, was Gott seinem Sohn Christus gibt, gehört auch uns. Doch wenn wir an seiner Herrlichkeit teilhaben wollen, müssen wir auch seine Leiden mit ihm teilen. – Römer 8,15–17
1 Jack Cottrell, Was die Bibel über Gott den Erlöser sagt (Wipf & Stock Publishers, 2000), 358.
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